Die Häfler Bodensee-Narren

Friedrichshafen-Jettenhausen e.V.

Die Häfler Bodenseenarren entstanden im Jahre 1982.
Der Verein besteht aus zwei Zunftgruppen, einer Schalmeienkapelle und einem Büttel. Die Häfler Bodenseenarren sind ganzjährig tätig, wobei der Schwerpunkt in der Fasnet liegt.

Der "Doldä-Butzer" ist ein frei erfundenes Fabelwesen und wurde als erste Maskegruppe am 11.11.82 gegründet. Gleich in der Fasnet 1983 startete diese Figur mit 20 Maskenträgern. Der Narrenspruch unseres Vereins, "D'Welle kommet-dugget Euch", wird dieser Maske sehr gerecht, denn er ist dem Bodensee sehr verbunden. Wenn Herbststürme am See den nahen Winter ankündigen und das Leben an den Ufern zu erstarren scheint, bewacht und beschützt der "Doldä-Butzer" Fauna und Flora während der kalten Jahreszeit vor unerwünschten Eindringlingen. Während der Fasnet zeigt er durch seine mächtige Gestalt den Menschen, daß er die ihm übertragene Aufgabe ernst meint. Nach Fasnetsende schließlich begibt sich der "Doldä-Butzer" selbst zur Ruhe und läßt mit Beginn der ersten Sonnenstrahlen Fauna und Flora zu neuem Leben erblühen.

Das "Wetterschrättele" ist die 2. Narrengestalt und beruht auf einer alten Sage. Zur Erntezeit sah man sie früher auf den Feldern sich mit Feldfrüchten eindecken. Jagte man sie fort, so drohte sie den Bauern mit großem Unheil. Dann bohrte das "Schrättele" mit ihrem Besen ein Loch in den Acker, sprang darum herum und murmelte dabei allerlei unverständliche Zauberformeln. Und siehe da, binnen kurzer Zeit stand ein heftiges Gewitter am Himmel, der Regen goß in Strömen und verwüstete das ganze Feld. Sie beschwor Wirbelstürme hervor, und brachte somit die Bauern um ihre gesamten Ernteerträge.

Der im Jahre 1956 durch Herrn Oberstudienrat Erich Deisel gegründete "Seehasen-Fanfarenzug e. V." war von Anfang an ein fester Bestandteil des Vereins. Der Seehasen-Fanfarenzug ist einer der musikalischen Hauptträger des tradtionellen Seehasenfestes.
Im Jahre 2005 trennten sich die Häfler Bodenseenarren und der Seehasenfanfarenzug.

Nach und nach wuchs der Verein und 1988 entstand dann zusätzlich eine "Schalmeienkapelle". Die Spieler dieser Schalmeien werden ausschließlich aus den beiden Maskengruppen rekrutiert. Sie spielen in der Fasnet im jeweiligen Häs.

Der zahlreiche Narrensamen ist seit 1995 in einer eigenen "Jugendgruppe" organisiert, die sich das ganze Jahr auch außerhalb der Fasnet treffen. Diese Jugendgruppe bringt sich ebenfalls schon stark in der Fasnet ein. Soe ist der Tag der Schülerbefreiung und des anschließenden Kinderballs "ihr" Tag, an dem sie gfleißig mitarbeiten. Seit 2004 gibt es auch einen Jugendball, den die Jugendgruppe zum großen Teil mitgestaltet.

Seit 1996 gibt es einen zunfteigenen "Büttel". Er führt die Zunft bei den Umzügen an und verkündet laut den Narrenruf.

Der "Kohlbachhansel" - ein Weißnarr - ist die 3. Narrengruppe im Verein. Der Kohlbachhansel ist ein freundlicher, gutmütiger Geselle und Freund der Kinder. Er hatte immer ein wachsames Auge auf die am Bachlauf spielenden Kinder um sie vor größerem Schaden zu bewahren, dass kein Kind im Kohlbach ertrank oder im Morast stecken blieb. Er brachte auch die Leute die von Buchhorn oder Hofen sich im dunkeln verlaufen hatten wieder auf den richtigen Weg. Wenn er ein Wimmern und Weinen zu später Stunde von kleinen Kindern hörte machte er sich sofort auf den Weg um den Ort des Klagens zu finden. Hatte er den Ort gefunden, tröstete der Kohlbachhansel das Kind indem er ihnen lustige Späße vormachte und durch sein Hüpfen das Glockenspiel die Kinder in den Schlaf versetzte. Wenn die Menschen in und um Jettenhausen leise die Glocken aus der Ferne hörten, sagten sie: "Jetzt hat der Kohlbachhansel wieder einer armen Seele geholfen, der ist schon ein guter Gesell!". Manchmal hört man noch heute in und um Jettenhausen bei Dunkelheit und Nebel sein Glockenspiel.